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Elektrische Wartungsarbeiten in Geschäftsräumen und Büros: Was sollte regelmäßig überprüft werden?

Das Stromversorgungssystem des Gewerbeobjekts ist einer sich ständig ändernden Belastung ausgesetzt. Wir zeigen Ihnen, wie ein risikobasierter Wartungsplan für die Überprüfung von Verteilerkästen, Stromkreisen, Armaturen, Beleuchtung und Dokumentation aufgebaut sein kann.

Autor: Voltmasters-Wissensdatenbank · Demo-Organisationsprofil
Fachgutachter: Referenzkomponente · muss vor der Produktion ausgewählt werden

Ein Elektriker führt Wartungsarbeiten an einer Stromverteilungsanlage in einem Geschäftslokal durch

Die Elektroinstallation eines Büros, eines Geschäftsraums oder einer Werkstatt ist Teil des täglichen Betriebs. Neue Arbeitsplätze, Küchengeräte, Klimaanlagen, IT-Ausrüstung, Werbebeleuchtung und temporäre Geräte können hinzukommen, ohne dass die ursprüngliche Schaltanordnung dabei verändert wird. Das Ziel der regelmäßigen Wartung besteht daher nicht nur in der Behebung von Störungen, sondern auch in der rechtzeitigen Erkennung von Abweichungen hinsichtlich Belastung, Zustand und Nutzung.

Die Häufigkeit und der Umfang der erforderlichen Inspektionen sind auf der Grundlage der Funktion der Immobilie, der Ausrüstung, der Umwelteinflüsse, der Nutzungsintensität und der geltenden Anforderungen festzulegen. Der folgende Leitfaden stellt die Hauptelemente eines risikobasierten Instandhaltungssystems vor.

Warum ändert sich die Stromlast einer Gewerbeimmobilie so schnell?

Im Laufe des Betriebs eines Büros oder Geschäfts kommt es häufig zu kleineren Umgestaltungen:

  • Es werden neue Arbeitsplätze und Monitore eingerichtet;
  • eine Kaffeemaschine, einen Wasserkocher, eine Mikrowelle oder einen Kühlschrank installiert werden;
  • es wird eine Klimaanlage, ein Server, ein Drucker oder eine Werkstattmaschine angezeigt;
  • die Möbel werden umgestellt und die fehlenden Steckdosen werden durch Verlängerungskabel ergänzt;
  • Es wird eine neue Werbe- oder Schaufensterbeleuchtung installiert;
  • es werden vorübergehende Veranstaltungs- oder saisonale Geräte angeschlossen;
  • Die Öffnungszeiten und die gleichzeitige Nutzung ändern sich.

Einzeln betrachtet mögen diese Änderungen geringfügig erscheinen, doch in ihrer Gesamtheit können sie einen Stromkreis überlasten, die Stromverteilung überlasten oder das Ausfallrisiko erhöhen.

1. Schaltschrank und Schutzvorrichtungen

Der Verteilerkasten ist der zentrale Knotenpunkt des Stromnetzes. Bei Wartungsarbeiten sollten der allgemeine Zustand, die Identifizierbarkeit der Stromkreise und die Zugänglichkeit überprüft werden.

Mögliche Prüfungsaspekte sind:

  • die Unversehrtheit und Verschließbarkeit des Verteilers;
  • eindeutige Beschriftung der Schaltkreise;
  • der freie Zugang und die Ordnung in der Umgebung;
  • Anzeichen von Verfärbung, Geruch, Geräuschen oder Erwärmung;
  • nachträgliche, nicht dokumentierte Änderungen;
  • Zustand und Eignung der Schutzvorrichtungen;
  • Platz für Erweiterungen und spätere Erweiterungsmöglichkeiten;
  • die Dokumentation der erforderlichen Überprüfungen und Funktionsprüfungen.

Das Öffnen des Verteilers und die Prüfungen unter Spannung dürfen nur mit entsprechender Berechtigung, geeigneten Werkzeugen und unter Einhaltung der vorgeschriebenen Arbeitsverfahren durchgeführt werden.

2. Steckdosen, Schalter und Anschlusspunkte

An stark frequentierten Orten können die Baugruppen einer hohen mechanischen Beanspruchung ausgesetzt sein. Eine lockere, rissige oder verfärbte Fassung ist nicht nur ein ästhetischer Makel.

Das sollten Sie beachten:

  • auf lose oder beschädigte Beläge;
  • Erwärmung und Brandgeruch;
  • wackelnde Steckverbinder;
  • ein knallendes oder zischendes Geräusch;
  • auf nicht befestigte Verteiler und Kabel;
  • Beschädigungen an Steckdosen, die im Boden oder in Möbeln eingebaut sind;
  • auf Stellen, die mit Putzwasser, Feuchtigkeit oder Hitze in Berührung gekommen sind;
  • auf Kabel, die sich im Arbeitsbereich befinden.

Die Maßnahmen im Zusammenhang mit sich ungewöhnlich erwärmenden Baugruppen finden Sie hier: Sich erwärmende Steckdose oder Schalter.

3. Verlängerungskabel und tragbare Verteiler

In Büros kommt es häufig vor, dass nach einer Umgestaltung der Arbeitsplätze Verteiler und Verlängerungskabel die fest installierten Steckdosen ersetzen. Dies kann zwar vorübergehend das Anschlussproblem lösen, bei dauerhafter Nutzung jedoch zu Überlastung, Stolpergefahr und mechanischen Beschädigungen führen.

Dies kann ein Risiko darstellen:

  • die Verbindung mehrerer Verteiler untereinander;
  • der dauerhafte Betrieb eines leistungsstarken Geräts über ein Verlängerungskabel;
  • Belastung der aufgerollten Kabeltrommel;
  • ein Kabel, das von einer Tür, einem Möbelstück oder einem Rad eingeklemmt wurde;
  • Verlängerungskabel, das unter dem Teppich verlegt wurde;
  • beschädigter Stecker, Kabelmantel oder Steckdose;
  • Nicht für die Umgebung geeignete Ausführung.

Wenn in einem Bereich ständig Verlängerungskabel benötigt werden, empfiehlt es sich, die Anzahl der festen Anschlusspunkte und die Belastbarkeit der Stromkreise zu überprüfen.

4. Beleuchtung und Steuerung

Ein Defekt der Beleuchtung kann sich auf die Arbeitsumgebung, den Kundenbereich und die Verkehrssicherheit auswirken. Die Wartung sollte sich nicht nur auf den Austausch durchgebrannter Leuchtmittel beschränken.

Überprüfbar:

  • Flackern, Schwankungen der Helligkeit oder verzögertes Einschalten;
  • sich erwärmende Leuchte oder Stromversorgung;
  • beschädigte Verkleidung und Befestigung;
  • ein defekter Schalter, Sensor oder eine defekte Zeitsteuerung;
  • eine für den Arbeitsbereich ungeeignete Beleuchtung;
  • nicht zugängliche LED-Treiber;
  • die Witterungsbedingungen für die Außen- und Schaufensterbeleuchtung;
  • die Funktionsweise der Steuerungsprogramme und der manuellen Übersteuerung.

Zu den möglichen Ursachen für das Blinken der Beleuchtung gibt es eine separate Anleitung: Blinkt die Lampe?

5. Küchen- und Sanitärräume

In der Teeküche am Arbeitsplatz werden oft dieselben Großgeräte verwendet wie in einer Wohnküche, doch innerhalb kurzer Zeit können mehrere Mitarbeiter diese gleichzeitig in Betrieb nehmen.

Das sollten Sie sich ansehen:

  • die gleichzeitige Nutzung von Wasserkocher, Kaffeemaschine, Mikrowelle und Geschirrspüler;
  • die Erwärmung und den Zustand der Steckdosen;
  • Haltestellen in der Nähe des Wassers;
  • den Anschluss des Kühlschranks und anderer im Dauerbetrieb laufender Geräte;
  • die Verwendung von Verlängerungskabeln und Steckdosenleisten;
  • die bei der Reinigung betroffenen Kabel und Armaturen.

Wenn der Schutz regelmäßig auslöst, muss die Ursache ermittelt werden, anstatt sie durch einen größeren Schutzschalter zu überbrücken. Der dazugehörige Artikel: Warum löst der Kleinleistungsschalter aus?

6. IT-affine und kritische Verbraucher

Bei Servern, Netzwerkgeräten, Registrierkassen, Zugangskontrollsystemen oder anderen geschäftskritischen Geräten kann ein Ausfall der Stromversorgung zu erheblichen Betriebsproblemen führen.

Im Wartungsplan sollten folgende Punkte festgehalten werden:

  • die Verbraucher sind kritisch;
  • welche Schaltkreise diese versorgen;
  • ob ein geeigneter Überspannungsschutz vorhanden ist;
  • Ist ein unterbrechungsfreies Netzteil erforderlich?;
  • wie die Akkus und die Belastbarkeit geprüft werden;
  • Wie lautet die Reihenfolge beim Herunterfahren und Neustarten?;
  • Wer erhält bei einem Fehler eine Benachrichtigung?;
  • Wo ist die dazugehörige Dokumentation zu finden?.

Die Dimensionierung der unterbrechungsfreien Stromversorgung muss auf der Grundlage der tatsächlichen Last, der gewünschten Überbrückungszeit und der Anlaufcharakteristika der Anlagen erfolgen.

7. Außenbereiche, feuchte oder staubige Bereiche

In Lagerräumen, Werkstätten, im Freien oder an regelmäßig gereinigten Orten können elektrische Geräte einer erhöhten Beanspruchung ausgesetzt sein.

Dies könnte Ihre Aufmerksamkeit erfordern:

  • der Zustand der Beläge und Dichtungen;
  • Vorhandensein von Staub, Öl, Dampf oder Chemikalien;
  • mechanische Beschädigung;
  • Alterung von Kabeln und Steckverbindern im Außenbereich;
  • Feuchtigkeitseintritt oder Kondensation;
  • die Eignung der Verlängerungskabel für den Einsatz in der jeweiligen Umgebung;
  • Kabel, die in der Nähe von beweglichen oder vibrierenden Maschinenteilen verlegt sind.

8. Dokumentation und Änderungsmanagement

Ein häufiges Problem bei Gewerbeimmobilien ist, dass kleinere Änderungen nicht in die Dokumentation aufgenommen werden. Nach einigen Jahren lässt sich nur schwer feststellen, welcher Stromkreis was versorgt, wann die Änderung vorgenommen wurde und welches Gerät eingebaut wurde.

Nützliche Dokumente:

  • aktuelle Verteiler- und Schaltplanliste;
  • Grundriss mit den wichtigsten Anschlusspunkten;
  • Mess- und Prüfprotokolle;
  • Wartungsprotokoll;
  • Erfassung von Fehlern, Ausfällen und Reparaturen;
  • Datenblätter zu den wichtigsten eingebauten Geräten;
  • Kontaktdaten der Verantwortlichen und Dienstleister;
  • Verfahren zur Genehmigung von Änderungen.

Wie kann ein Wartungsplan aufgebaut sein?

  1. Erstellen Sie ein Bestandsverzeichnis der Geräte und Schaltkreise.
  2. Markieren Sie die kritischen Verbraucher und Bereiche.
  3. Bewerten Sie die Nutzungs-, Umwelt- und Betriebsrisiken.
  4. Legen Sie den Umfang der Sichtprüfungen, Funktionsprüfungen und instrumentellen Kontrollen fest.
  5. Weisen Sie für jede Aufgabe einen Verantwortlichen zu.
  6. Dokumentieren Sie Fehler, Korrekturen und Änderungen.
  7. Überprüfen Sie den Plan nach einer Umgestaltung, einer Neuinstallation oder einem wiederkehrenden Fehler.

Die konkreten Zeitintervalle sind auf der Grundlage der Einsatzumgebung, der Herstellerangaben der Anlagen und der für die jeweilige Anlage geltenden Anforderungen festzulegen.

Wann sind sofortige Maßnahmen erforderlich?

Die Nutzung der betroffenen Anlage oder des betroffenen Stromkreises muss unterbrochen werden, wenn Rauch, Funkenbildung, Brandgeruch, starke Erwärmung, geschmolzene Ummantelung, mit Feuchtigkeit in Berührung gekommene elektrische Teile oder wiederholtes Auslösen auftreten. Bei unmittelbarer Brand- oder Lebensgefahr sind die allgemeinen Notfall- und Evakuierungsmaßnahmen zu befolgen.

Zusammenfassung

Die Wartung von gewerblichen Stromnetzen ist dann effizient, wenn sie nicht aus punktuellen Fehlerbehebungen besteht, sondern auf Bestandsaufnahmen, einer Risikoeinstufung, regelmäßigen Überprüfungen und einem dokumentierten Änderungsmanagement basiert. Ziel ist die frühzeitige Erkennung von Störungen, ein an die Auslastung angepasstes Netz sowie eine transparente Verwaltung der für den Geschäftsbetrieb wichtigen Verbraucher.

Die Bereiche Gewerbe- und Industrieelektrik sind die Dienstleistungen können auf der Seite eingesehen werden. Die Formular für die Angebotsanfrage zeigt auf, welche grundlegenden Informationen bei der ersten technischen Abstimmung hilfreich sind.

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