Die Küche ist einer der Räume in der Wohnung mit der höchsten elektrischen Belastung. Kochfeld, Backofen, Geschirrspüler, Mikrowelle, Kühlschrank, Kaffeemaschine und andere Küchengeräte sind oft gleichzeitig in Betrieb, weshalb es sich nicht lohnt, die Elektroinstallation auf wenige allgemeine Steckdosen zu beschränken.
Die Planung einer sicheren und benutzerfreundlichen Küche beginnt mit der Abstimmung der technischen Daten der einzelnen Geräte, der Einrichtung, der Anschlussleistung und der Stromkreisanordnung.
Warum muss der Elektroplan vor der Auswahl der Küchenmöbel endgültig festgelegt werden?
Die Küchenmöbel legen die Position der Geräte, Arbeitsplatten, Hochschränke und technischen Anschlüsse fest. Wenn die Stromanschlüsse erst nach der Fertigung der Möbel oder nach dem Verlegen der Fliesen geplant werden, kann es leicht vorkommen, dass:
- Der Anschluss befindet sich hinter einem eingebauten Gerät und ist nicht zugänglich;
- am Schreibtisch bleiben nur wenige Steckdosen übrig;
- Die Anschlussart des Kochfelds oder Backofens passt nicht zum vorhandenen Stromkreis;
- die Verkabelung des Kühlschranks, des Geschirrspülers oder der Dunstabzugshaube erfordert eine Notlösung;
- Die Schaltung und das Netzteil der Beleuchtung passen nicht in das Möbelstück;
- Es wird eine nachträgliche Gravur oder die Verwendung einer Verlängerung erforderlich sein.
Daher ist es sinnvoll, die Pläne für die Küchentechnik, die Einrichtung und die Elektroinstallation zeitgleich abzustimmen.
Welche Gerätedaten werden benötigt?
Für die Planung reicht es nicht aus, einfach nur ein „Induktionskochfeld” oder einen „Einbaubackofen” in die Küche einzubauen. Aus dem Datenblatt des ausgewählten Geräts sind in der Regel folgende Informationen wichtig:
- Nennleistung;
- Nennspannung und Phasenbedarf;
- die vom Hersteller vorgeschriebene Anschlussart;
- Ausführung mit Kabel oder Stecker;
- die Lage des Anschlusspunkts;
- besondere Schutz- oder Trennungsanforderungen;
- Einbau- und Belüftungsbedingungen;
- die genaue Typenbezeichnung des Geräts und die Herstellerunterlagen.
Ist der Gerätetyp noch nicht bekannt, sind zumindest die voraussichtliche Leistungsklasse und die Verwendungsart zu vermerken; vor dem endgültigen Anschluss ist dann das tatsächliche Datenblatt zu überprüfen.
Kochfeld und Backofen: ein oder zwei Geräte?
Das Kochfeld und der Backofen können separate Geräte sein, die sich hinsichtlich ihrer Leistung und ihrer Anschlussanforderungen unterscheiden. Man sollte nicht automatisch davon ausgehen, dass ein einziger vorhandener Anschluss beide Geräte sicher versorgen kann.
Induktions- oder Elektrokochfeld
Das Kochfeld kann eine erhebliche und dauerhafte Belastung darstellen. Die erforderlichen Leitungen, Schutzvorrichtungen und die Phasenanordnung lassen sich anhand des Datenblatts des Geräts, des verfügbaren Netzes und der einstellbaren Leistung bestimmen.
Einige Geräte unterstützen zwar eine Leistungsbegrenzung, doch diese ersetzt nicht die Überprüfung des Netzes und des Anschlusses. Die Begrenzung kann sich auch auf die gleichzeitige Kochleistung auswirken, weshalb sie aus nutzungstechnischer Sicht eine bewusste Entscheidung erfordert.
Einbaubackofen
Die Anschlussanforderungen des Backofens müssen gesondert geprüft werden. Das Gerät kann entweder über einen Stecker oder fest verdrahtet angeschlossen werden; der Anschlusspunkt muss zugänglich, vor thermischer Belastung durch die Umgebung geschützt und mit den Herstellerangaben vereinbar sein.
Bei welchen Geräten kann ein separater Stromkreis erforderlich sein?
Die genaue Auslegung muss auf der Grundlage von Belastungsberechnungen und den Gerätedaten festgelegt werden, doch bei den folgenden Geräten kann häufig ein besonderer Strombedarf auftreten:
- Elektro- oder Induktionskochfeld;
- Einbaubackofen;
- Geschirrspüler;
- Mikrowelle oder Kombigerät;
- eine leistungsstärkere Kaffeemaschine;
- Boiler oder Warmwasserbereiter;
- elektrische Heizung in der Küche;
- sonstige, dauerhaft stark beanspruchte Einbaugeräte.
Bei der Versorgung von Kühl- und Gefriergeräten können nicht nur die Leistung, sondern auch die Betriebssicherheit und die Logik der Schaltkreise eine Rolle spielen.
Steckdosen über der Arbeitsplatte
An der Theke muss die tägliche Nutzung berücksichtigt werden. Die gleichzeitige Nutzung von Wasserkocher, Toaster, Kaffeemaschine, Mixer und anderen Geräten kann die wenigen Steckdosen oder einen einzelnen Stromkreis schnell überlasten.
Planungsaspekte:
- Die Anzahl und Anordnung der Steckdosen sollte an die Arbeitsflächen angepasst sein;
- damit man nicht dauerhaft eine Steckdosenleiste oder ein Verlängerungskabel verwenden muss;
- Der Anschlusspunkt darf nicht direkt an einer Stelle liegen, an der er Wasser, Hitze oder mechanischen Beschädigungen ausgesetzt sein könnte;
- Ecklösungen, nach oben öffnende oder in Möbel eingebaute Einheiten müssen zugänglich und für den jeweiligen Zweck geeignet sein;
- Auch für das Netzteil und die Schaltung der Thekenbeleuchtung sollte ein vorgesehener Platz vorgesehen sein.
Anordnung der Anschlüsse von Einbaugeräten
Es ist nicht sinnvoll, die Steckdose oder den Trennpunkt automatisch direkt hinter dem Gerät anzubringen. Der genaue Standort ist anhand des Möbelplans, der Einbauanleitung des Geräts, der Zugänglichkeit und der Wärmebelastung zu bestimmen.
Dies ist besonders wichtig:
- beim Geschirrspüler;
- bei Kühl- und Gefrierschränken;
- bei einem in einen Hochschrank eingebauten Backofen;
- bei der Mikrowelle;
- am Dunstabzug;
- bei Geräten, die im Technikraum unter der Spüle untergebracht sind.
Beleuchtung und Steuerung in der Küche
Neben der allgemeinen Deckenbeleuchtung sind häufig auch Arbeitsflächenbeleuchtung, Essbereichsbeleuchtung und Stimmungsbeleuchtung erforderlich. Es empfiehlt sich, bereits vor der Verlegung der Leitungen zu entscheiden:
- welche Lichtgruppen separat geschaltet werden können;
- ob es eine Helligkeitsregelung geben wird;
- Wo sollen die Lampen eingeschaltet werden können;
- Wo befindet sich das LED-Netzteil und bleibt es zugänglich?;
- Ist eine Smart-Home-Integration oder spätere Erweiterbarkeit erforderlich?;
- Wie lässt sich die Abschattung des Arbeitsbereichs vermeiden?.
Reicht die derzeitige Leistung der Wohnung aus?
Die Gesamtnennleistung der Küchengeräte entspricht zwar nicht unbedingt der tatsächlichen gleichzeitigen Belastung, stellt jedoch einen wichtigen Anhaltspunkt dar. Die Anschlussleistung, die Anzahl der Phasen, andere Großverbraucher sowie die Nutzungsgewohnheiten müssen gemeinsam berücksichtigt werden.
Wenn parallel zur Küchenrenovierung eine Elektroheizung, eine Wärmepumpe, eine Ladestation für Elektroautos oder ein anderer Großverbraucher installiert wird, ist eine Gesamtbelastungsberechnung für die gesamte Immobilie erforderlich. Die dazugehörige Anleitung: Leistungserweiterung für Elektroheizung und Autoladegerät.
Was muss mit dem Küchenplaner und den anderen Gewerken abgesprochen werden?
- die genauen Abmessungen und den Standort der Geräte;
- das Material der Arbeitsplatte und der Rückwand;
- die Lage des Spülbeckens, der Wasseranschlüsse und der Haustechnikleitungen;
- die Gestaltung der Rückwände und Einbauräume der Schränke;
- den Typ und den Verlauf der Dunstabzugshaube;
- die Beleuchtungsprofile und Netzteile;
- die Zugänglichkeit der Steckdosen, Schalter und Anschlussdosen;
- die Reihenfolge der Verkleidung und Montage.
Häufige Planungsfehler
- Die Gerätetypen werden erst nach der Verkabelung festgelegt.
- Das Kochfeld und der Backofen würden automatisch einem einzigen vorhandenen Stromkreis zugeordnet.
- An der Theke gibt es nur wenige Steckdosen.
- Der Anschluss befindet sich direkt hinter dem eingebauten Gerät.
- Das Netzteil der Beleuchtung ist nicht zugänglich.
- Die Anordnung von Spüle, Wasseranschluss und Stromanschluss ist nicht aufeinander abgestimmt.
- Die Belastung der gesamten Wohnung wird nicht untersucht.
- Es gibt keine Reserve für einen späteren Gerätewechsel oder eine Erweiterung.
Welche Unterlagen sollten Sie bereithalten?
- maßstabsgetreue Zeichnung der Küchenmöbel oder des Grundrisses;
- die genaue Typenbezeichnung und das Datenblatt der Geräte;
- ein Foto der Außenseite des vorhandenen Verteilers;
- die derzeitige Anschlussleistung und die Anzahl der Phasen, sofern bekannt;
- eine Liste der übrigen Großverbraucher in der Wohnung;
- die Anforderungen an die Beleuchtung und die Schaltung;
- der geplante Zeitplan für die Sanierung.
Zusammenfassung
Ein gut funktionierendes elektrisches System in der Küche entsteht durch die Abstimmung der Gerätedaten, des Schaltplans, der Möblierung und der Lastverhältnisse in der gesamten Wohnung. Die wichtigsten Entscheidungen müssen vor dem Rohbau und der Möbelherstellung getroffen werden, damit die Anschlüsse zugänglich sind, die Lasten bewältigt werden können und die spätere Nutzung komfortabel ist.
Die damit verbundenen Ausführungsbereiche sind die Dienstleistungen sind auf der Seite zu finden. Die Formular für die Angebotsanfrage zeigt, welche Daten für das erste Gespräch zusammengestellt werden sollten.





