Die Sanierung der Elektroinstallation einer Wohnung beschränkt sich nicht nur auf den Austausch von Steckdosen und Schaltern. Die Leitungen, Stromkreise, Verteiler, Schutzvorrichtungen, größeren Verbraucher sowie die Möglichkeit späterer Erweiterungen bilden zusammen ein funktionierendes System. Um ein gutes Ergebnis zu erzielen, müssen die Elektroarbeiten als Teil der Gesamtsanierung geplant und mit den Entscheidungen in den Bereichen Haustechnik und Innenarchitektur abgestimmt werden.
Die folgende Anleitung stellt einen allgemeinen Leitfaden dar. Die konkreten Schritte hängen vom Zustand der Immobilie, dem Umfang der Renovierungsarbeiten und der geplanten Ausstattung ab.
1. Erfassung des Ausgangszustands
Der erste Schritt besteht darin, sich mit der bestehenden Anlage vertraut zu machen. Dazu gehört unter anderem die Überprüfung der Verteiler, der Leitungen, der Stromkreise, der Armaturen und der zugänglichen Anschlüsse sowie die Durchführung der erforderlichen elektrischen Messungen.
Im Rahmen der Erhebung sollte Folgendes geklärt werden:
- wann die Immobilie erbaut oder renoviert wurde;
- ob Kupfer- oder Aluminiumkabel vorhanden sind;
- Wie viele Stromkreise versorgen die Wohnung?;
- Welche Schutzvorrichtungen befinden sich im Verteilerkasten?;
- Lassen sich Ablösungen, Erwärmung, Flackern oder andere Störungen feststellen;
- Welche Unterlagen liegen vor?;
- Welche Teile bleiben erhalten und welche werden abgerissen?.
Bei älteren Aluminiumnetzen hilft eine separate Anleitung bei der Entscheidung: Austausch von Aluminiumkabeln.
2. Erfassung der Nutzungsanforderungen
Die Elektroinstallation muss nicht nur den aktuellen, sondern auch den zu erwartenden zukünftigen Nutzungsanforderungen gerecht werden. Es empfiehlt sich, für jeden Raum die Beleuchtung, die Steckdosen, die fest installierten Geräte und eine eventuelle Automatisierung sorgfältig zu planen.
Küche
- Kochfeld und Backofen;
- Geschirrspüler;
- Kühl- und Gefrierschrank;
- Mikrowelle;
- Dunstabzugshaube;
- Kaffeemaschinen, Wasserkocher und andere Thekengeräte;
- Arbeitsplattenbeleuchtung;
- spätere Reserveanschlusspunkte.
Badezimmer und Haustechnik
- Waschmaschine und Wäschetrockner;
- Boiler oder ein anderes Warmwasserbereitungsgerät;
- Belüftung;
- Spiegel- und Allgemeinbeleuchtung;
- elektrischer Handtuchtrockner oder Fußbodenheizung, sofern vorgesehen;
- die Anforderungen an die Anordnung und den Schutz von Nassräumen.
Wohnzimmer und Schlafzimmer
- Steckdosen, die an die Einrichtung angepasst sind;
- Fernseh-, Internet- und Multimedia-Anbieter;
- mehrere Schaltstellen oder eine Helligkeitsregelung;
- Klimaanlage oder elektrische Beschattung;
- Homeoffice-Arbeitsplatz;
- Vorbereitung auf das Smart Home.
3. Last- und Schaltplan
Anhand der Verbrauchsliste lässt sich feststellen, welche Geräte einen separaten Stromkreis benötigen, wie die Beleuchtung und die Steckdosen sinnvoll gruppiert werden sollten und welche Reserve im Verteiler vorgesehen werden sollte.
Bei der Planung ist Folgendes zu berücksichtigen:
- die Nennleistung der Anlagen;
- die gleichzeitige Nutzung;
- den Querschnitt und den Verlauf der Leitungen;
- die Auswahl der Schutzvorrichtungen;
- die Anschlussleistung und die Phasenanordnung;
- die Möglichkeit einer späteren Erweiterung;
- die Funktion der Räume und ihre umgebungsbezogenen Besonderheiten.
Bei neuen Großverbrauchern muss die Möglichkeit einer Leistungserweiterung gesondert geprüft werden. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter im Leitfaden zur Leistungserweiterung kann man lesen.
4. Ausstattungs- und Beleuchtungsplan
Die Position der Steckdosen und Schalter sollte unter Berücksichtigung der tatsächlichen Einrichtung, der Türöffnungen, der Küchenmöbel, der Haustechnik und der Nutzungsgewohnheiten festgelegt werden. Zu spät getroffene Entscheidungen führen oft zu nachträglichen Aussparungen, der Verwendung von Verlängerungskabeln oder Kompromisslösungen bei der Anordnung.
Es kann sinnvoll sein, dies auf einem nach Räumen gegliederten Grundriss festzuhalten:
- die Position aller Steckdosen und Schalter;
- die Leuchtenanordnung und die Schaltlogik;
- den Anschluss größerer Geräte;
- die Daten-, Alarm- und Kommunikationsknoten;
- Thermostate, Sensoren und Steuerungen;
- die Anschlüsse im Außenbereich oder auf dem Balkon.
5. Technischer Inhalt und Angebot
Vor Beginn der Arbeiten sollte im Angebot klar festgelegt werden, was zum Leistungsumfang gehört. Eine detaillierte Beschreibung hilft, spätere Missverständnisse zu vermeiden.
Das Angebot kann Folgendes enthalten:
- die Demontage- und Montagearbeiten;
- die Anzahl der neuen Schaltkreise und deren Hauptzweck;
- die Auslegung der Verteilerschaltanlage und der Schutzvorrichtungen;
- die Anzahl der Armaturen und Leuchten;
- die Obergrenzen für Material- und Arbeitskosten;
- die Aufgabenteilung mit anderen Fachbereichen;
- den Zeitplan und die erforderlichen Zugangsrechte;
- die Unterlagen zur Prüfung und Übergabe.
6. Fachliche Abstimmung
Die Verlegung der Stromleitungen muss mit den Arbeiten in den Bereichen Sanitär, Heizung, Lüftung, Klimatisierung, Trockenbau, Fliesenverlegung und Tischlerei abgestimmt werden. Besonders wichtig ist dies in der Küche und im Badezimmer, wo mehrere Gewerke auf engstem Raum zusammenarbeiten.
Die sinnvolle Reihenfolge der Arbeiten kann je nach Projekt variieren, doch in der Regel müssen die Elektroarbeiten, die mit Abbrucharbeiten und der Trassenführung verbunden sind, vor dem Verlegen der endgültigen Bodenbeläge, den Anstricharbeiten und dem Einbau der Einbaumöbel durchgeführt werden.
7. Abbau und Trassenführung
Auf der Grundlage des genehmigten Plans können nun die Trennung der alten, abzureißenden Teile, die Einrichtung der Schachtkästen und Trassen sowie die Vorbereitungen für die Verlegung von Rohrleitungen oder Kabeln beginnen. Der während der Abbrucharbeiten freigelegte, zuvor nicht sichtbare Zustand kann zu Änderungen am technischen Umfang führen.
Es ist ratsam, solche Änderungen zu dokumentieren und die weitere Arbeit erst nach Klärung der neuen Situation fortzusetzen.
8. Verkabelung, Verteiler und Montage
Im Rahmen der Ausführung werden die Stromkreise, die Anschlusspunkte, die Verteileranlage und das Schutzsystem erstellt. Die genaue Technik hängt von der Gebäudestruktur, den Plänen und den verwendeten Materialien ab.
Wichtige Aspekte:
- übersichtliche und identifizierbare Schaltkreise;
- an die Belastung angepasste Leitungen und Schutzvorrichtungen;
- zugängliche, ordnungsgemäß ausgeführte Befestigungspunkte;
- übersichtliche Anordnung und eindeutige Beschriftung;
- die angemessene Gestaltung von Nassbereichen, Außenbereichen und anderen besonderen Orten;
- die spätere Wartbarkeit.
9. Überprüfung und Probebetrieb
Nach dem Verschließen der Gehäuse und der abschließenden Montage muss das System überprüft werden. Der Umfang dieser Überprüfung hängt von der Art der Arbeiten ab, kann jedoch eine Sichtprüfung, einen Funktionstest und relevante elektrische Messungen umfassen.
Bei der Prüfung ist Folgendes zu überprüfen:
- ob die Schalter und Beleuchtungskreise wie geplant funktionieren;
- ob die Steckdosen und festen Anschlüsse in Ordnung sind;
- ob die Schutzvorrichtungen ordnungsgemäß funktionieren;
- Sind die Schaltkreise identifizierbar und beschriftet?;
- Gibt es keine ungewöhnliche Erwärmung, Geräusche oder Ablösung?;
- Ob der Anschluss größerer Verbraucher der geplanten Nutzung entspricht.
10. Übergabe und Dokumentation
Bei der Übergabe empfiehlt es sich, gemeinsam den Verteiler, die Funktion der Stromkreise, die Schaltmodi sowie wichtige Informationen für die spätere Nutzung durchzugehen.
Je nach Art der Aufgabe kann Folgendes übergeben werden:
- Schaltkreis- oder Verteilerkennzeichnung;
- Ausführungszeichnung oder geänderter Entwurf;
- Mess- oder Prüfdokument;
- Angaben zu den wichtigsten eingebauten Geräten;
- Hinweise zur Nutzung und Wartung;
- eine Liste der Aufgaben, die möglicherweise erst später erledigt werden.
Welche Entscheidungen sollten Sie nicht bis zum letzten Moment aufschieben?
- die genaue Art und Leistung der Küchengeräte;
- die Einrichtung und die Gestaltung der Arbeitsfläche;
- der spätere Bedarf an Klimaanlage, Elektroheizung oder einer Ladestation für Elektroautos;
- die Art der Schaltung und Regelung der Beleuchtung;
- die Verkabelung für das Internet und das Smart Home;
- der Standort der Waschmaschine, des Wäschetrockners und der technischen Anlagen;
- die Außenanschlüsse und Abschirmungen.
Zusammenfassung
Der Erfolg der elektrischen Sanierung einer Wohnung hängt von einer frühzeitigen Bestandsaufnahme, der genauen Ermittlung der Nutzungsanforderungen, dem Schaltplan, der fachlichen Koordination und der kontrollierten Übergabe ab. Je mehr Entscheidungen bereits vor Beginn der Abbrucharbeiten getroffen werden, desto weniger nachträgliche Änderungen und Kompromisse sind erforderlich.
Die mit der Sanierung verbundenen Dienstleistungsbereiche sind die Dienstleistungen können auf der Seite eingesehen werden. Die Formular für die Angebotsanfrage zeigt auf, welche Daten vor dem ersten Beratungsgespräch gesammelt werden sollten.





