Vor der Installation einer Elektroheizung, einer Wärmepumpe oder einer Ladestation für Elektroautos muss nicht nur die Leistung der neuen Anlage geprüft werden. Auch die vorhandene Anschlussleistung, der Zählerort, der Verteiler, die Leitungen und die Schutzvorrichtungen müssen insgesamt für die geplante Nutzung geeignet sein.
Eine Leistungserweiterung ist nicht in jedem Fall zwingend erforderlich. Ob sie notwendig ist, lässt sich anhand des bestehenden Netzes, der gleichzeitigen Belastung und der technischen Daten der neuen Verbraucher entscheiden.
Was bedeutet die verfügbare elektrische Leistung?
Die Stromversorgung der Immobilie verfügt über eine festgelegte Anschlussleistung. Diese wird häufig anhand der Stromstärke in Ampere angegeben, doch für die eigentliche Planung müssen auch die Anzahl der Phasen, die Spannung, die gleichzeitige Nutzung sowie die Art der Verbraucher berücksichtigt werden.
Wenn die zu erwartende Belastung durch die neuen Anlagen die sicher nutzbare Kapazität des bestehenden Systems übersteigt, kann eine Leistungserweiterung oder eine andere technische Lösung erforderlich sein.
Warum stellt die Elektroheizung eine zusätzliche Belastung dar?
Elektrische Heizsysteme können über einen längeren Zeitraum hinweg eine beträchtliche Leistung aufnehmen. Die erforderliche Leistung hängt unter anderem ab von:
- vom Wärmebedarf und der Wärmedämmung des Gebäudes;
- von der gewählten Heiztechnik;
- von der Nennleistung der Anlagen;
- von der Nutzungsdauer und der gleichzeitigen Belastung;
- von den übrigen größeren Haushalts- oder Gewerbekunden.
Daher reicht der Gerätetyp allein für die Entscheidung nicht aus. Eine Zusammenfassung der Lasten und eine Überprüfung des bestehenden Netzes sind erforderlich.
Was ist bei der Installation einer Ladestation zu beachten?
Eine Autoladestation kann eine dauerhafte, geregelte Belastung darstellen. Bei der Planung müssen die Nennleistung der Ladestation, die verfügbaren Phasen, die gewünschte Ladezeit sowie die Frage geklärt werden, welche anderen Verbraucher gleichzeitig mit ihr betrieben werden.
Separater Stromkreis und Schutzvorrichtung
Für das Ladegerät sind eine Schaltung, eine Verkabelung und Schutzvorrichtungen erforderlich, die dem Einsatzort und den Herstelleranforderungen entsprechen. Die genaue Lösung muss auf der Grundlage der Daten des ausgewählten Geräts und des Netzes festgelegt werden.
Dynamisches Lastmanagement
Bei bestimmten Systemen lässt sich die Ladeleistung durch Lastmanagement begrenzen, wenn andere Verbraucher im Gebäude eine hohe Last verursachen. Dies kann in einigen Fällen den Umfang der erforderlichen Erweiterung verringern, ersetzt jedoch nicht die technische Begutachtung.
Woraus könnte der Prozess der Leistungssteigerung bestehen?
Das konkrete Verfahren hängt von den Anforderungen des örtlich zuständigen Netzbetreibers sowie vom technischen Zustand der Immobilie ab. Der Prozess kann Folgendes umfassen:
- Ermittlung der derzeitigen Anschlussleistung und der geplanten Belastung;
- die Überprüfung des Messpunkts, des Verteilers und der Leitungen;
- Ermittlung der erforderlichen Leistung und Phasenkonfiguration;
- die Beantragung eines Anschlusses beim Netzbetreiber und die Zusammenstellung der erforderlichen Unterlagen;
- die gegebenenfalls erforderliche Normung oder Umrüstung der Messstelle;
- die Auslegung des internen Netzes und des Stromkreises für den neuen Verbraucher;
- Prüfung, Messung und Erledigung der entsprechenden Übergabedokumente.
Nicht jeder Schritt ist bei jeder Immobilie erforderlich, und auch die Reihenfolge kann variieren. Die Anforderungen des Netzbetreibers müssen im Einzelfall geprüft werden.
Welche Daten sollten Sie für die Umfrage vorbereiten?
- die derzeitige Anschlussleistung und die Anzahl der Phasen, sofern bekannt;
- Fotos der Messstelle und des Verteilerkastens;
- das Datenblatt oder die genaue Typenbezeichnung der neuen Anlage;
- die Liste der übrigen Großverbraucher;
- die Anschrift und die Art der Immobilie;
- die gewünschte Nutzungsart, zum Beispiel die Ladezeit oder den Heizbetrieb;
- frühere Pläne, Protokolle oder Unterlagen des Dienstleisters, sofern vorhanden.
Wann reicht es nicht aus, einfach nur einen größeren Schutzschalter zu bestellen?
Die Erhöhung der Anschlussleistung beschränkt sich nicht lediglich auf den Austausch eines Schutzgeräts. Auch die Leitungen, der Zählerort, der Verteiler und die betroffenen Teile des gesamten Hausnetzes müssen für die höhere Belastung ausgelegt sein. Bei unzureichendem Querschnitt oder veralteter Ausführung können weitere Modernisierungsmaßnahmen erforderlich werden.
Zusammenfassung
Vor der Installation einer Elektroheizung oder einer Autoladestation muss die Belastbarkeit des gesamten Systems geprüft werden. Die Notwendigkeit einer Leistungserweiterung lässt sich nicht durch Schätzungen ermitteln, sondern muss durch einen Abgleich des aktuellen Zustands mit den neuen Verbrauchern und deren gleichzeitiger Nutzung bestimmt werden. Die Einzelheiten des Verfahrens seitens des Versorgungsunternehmens und der technischen Umrüstung müssen für die jeweilige Immobilie geklärt werden.





